Die Himmelsscheibe von Nebra
Auf der Scheibe sind 32 Sterne abgebildet sowie Sonne, Mond und zwei von ursprünglich drei Goldbögen. Von diesen 32 Sternen werden zwei von einem Goldbogen überdeckt, ein Stern ist abgefallen und ein anderer Stern im Bereich des fehlen-den Goldbogens wurde während des Herstellungsprozesses versetzt.
Bei der frühbronzezeitlichen „Himmelsscheibe von Nebra“ handelt es um die erste konkrete, wissenschaftlich unbestrittene Darstellung des Sternenhimmels. Die Scheibe ist ein Schlüsselfund für die Archäologie, mit dem wir in der Lage sind, die astronomischen Kenntnisse unserer Vorfahren vor 3600 Jahren zu beurteilen.
Die Himmelsscheibe von Nebra stellt -wenn auch idealisiert - das Sternbildes des Siebengestirnes (Pleijaden) real dar - allen anderen Sterne lassen sich keine Sternbildern zuordnen.
Die Pleijaden waren in der Antike z.B. für den Ackerbau von außerordentlicher Bedeutung. Sie waren für unsere Vorfahren wichtig, weil sie – in Verbindung mit der Mondsichel - den Frühling und damit den Termin für die Aussaat und im Herbst -mit dem Vollmond - den Termin für den Beginn der Ernte anzeigten.
Weiterhin ist wesentlich, dass die Pleijaden in einer Konstellation zum Halbmond stehen, die zwangsläufig 7 Tage später zu einer Mondfinsternis führt. Sollte dies von den vorgeschichtlichen Menschen beabsichtigt gewesen sein, so würde dies bedeuten, dass man über viele Generationen Mondfinsternisse betrachtet hat und Himmelsgesetze kannte, die wesentlich komplexer waren, als alles, was wir bislang vermuteten.
Der Fundort der Scheibe liegt auf der Spitze des Mittelberges bei Nebra im Harz. Von dort aus lässt sich beobachten, dass die Sonne am 21.Juni (Sommeranfang) hinter dem Brocken, - dem bedeutendsten Berg des Harzes – untergeht und am 01.Mai hinter dem Kulpenberg, dem höchsten Berg des Kyffhäusers. |